Das Leben in Melpudupakkam

Melpudupakkam wurde 1974 zu einer katholischen Kirchengemeinde und hat 2000 Einwohner, die Mehrheit sind katholische Dalits. Der soziale Status der Einwohner ist aufgrund der Zugehörigkeit zu den Dalits sehr gering. Viele Einwohner des Dorfes leben noch immer in Strohdachhäusern, von denen die meisten weder über Toiletten noch über fließendes Wasser verfügen.

Die Bewohner des Dorfes leben vor allem von der Landwirtschaft. Die meisten sind Arbeiter ohne Landbesitz und einige wenige sind Kleinbauern. Die Arbeiter sind primär in der Rinderzucht und in Steinbrüchen beschäftigt.
Die wenigen Kleinbauern können sich mit ihren Erträgen gerade so über Wasser halten, wobei ihr Überleben stark vom Monsunregen abhängt. Ist der Monsun gut, so floriert auch der Anbau. Ist er schlecht oder bleibt er sogar aus, wie es in den Jahren 2015 – 2017 oft der Fall war, so sind auch die Erträge der Bauern in großer Gefahr.

Diese starke Abhängigkeit vom Monsun bestimmt den Lebensunterhalt der Menschen im Dorf. Mit ihrem spärlichen Lohn müssen sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Darunter fallen Essen, Unterkunft, die Ausbildung der Kinder, Kosten für die Gesundheit und der Schuldendienst. Oftmals sind sie gezwungen, Vorauszahlungen ihrer Arbeitgeber zu erbitten, die sie aufgrund hoher Zinsen jahrelang belasten.


Die Verfassung Indiens bietet eigentlich ein Programm gegen die Diskriminierung der Dalits an, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Da die katholischen Dalits nicht zur eingetragenen Kaste der Hindu-Dalits gehören, werden ihnen aber die Vorteile dieses Programms der Regierung vorenthalten.


In Melpudupakkam gibt es eine Grundschule mit fünf Klassen. Höhere Schulausbildung ist nur in weiter entfernten Städten möglich. Der Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad ist für die Kinder wegen des steilen Geländes und der Hitze nicht möglich.
Zudem ist es für die Kinder sehr schwierig, zuhause überhaupt Zeit zum Lernen zu finden. Oft müssen sie hart arbeiten, damit ihre Familien überleben können. Wegen der eigenen mangelhaften Bildung können viele Eltern ihren Kindern beim Lernen nicht helfen.

Insgesamt gibt es derzeit (2018) 85 Kinder in Melpudupakkam. Alle sind Dalits. Darunter sind Halbwaisen und Waisen.