Kirche und Geschichte: Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Stetten ob Lontal

Unsere Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt

Die Kirche Maria Himmelfahrt in Stetten ist ein Anziehungspunkt für Menschen aus nah und fern. In der nahe gelegenen Vogelherdhöhle wurden die ältesten Kunstwerke der Welt gefunden (ca. 35000 Jahre alt), seit 2017 UNESCO Weltkulturerbe.

Die Wallfahrtskirche mit der Schwarzen Madonna in der Gnadenkapelle lädt ein, die kleinen und großen Sorgen des Alltags hier abzuladen, zur Sprache, ins Gebet zu bringen.

Stetten mit der Schlosskapelle St. Martin war Filiale der Pfarrei Oberstotzingen. Nach den Zerstörungen des 30-jährigen Krieges wurde das Rittergut durch die riedheim`schen Erbtöchter 1646 verkauft.
1678 gelangte der Besitz an Daniel Schleicher, Ulmer Forstmeister, der den protestantischen Glauben einführte und die Abhaltung von katholischen Gottesdiensten in der Schlosskapelle verbot.

Erst 1723, gestützt auf ein kaiserliches Dekret-Urteil des Wiener Reichshofrates, konnte die Herrschaft Stetten wieder zurückerworben werden.
Die Wiedergewinnung Stettens schrieb der Baron M. A. von Riedheim der Erfüllung seiner Fürbitten der Muttergottes zu. Als Dank gelobte der Baron die Gründung der Marienwallfahrt. Dazu erbat er vom befreundeten Fürstabt Thomas des Klosters Einsiedeln in der Schweiz eine Nachbildung der Schwarzen Madonna. Diese dort dann angefertigte Kopie stammt von Bildhauer Josef Kali.

Nachdem sich die Schlosskapelle durch den wachsenden Pilgerstrom als zu klein erwies, entschloss sich der Baron M. A. von Riedheim für den Neubau einer Kirche mit einer Gnadenkapelle. Mit der Planung und Ausführung (1732-35) beauftragte er den Baumeister der Benediktinerabtei Oberelchingen, Christian Wiedemann (1675-1739).
Die Gnadenkapelle in der Wallfahrtskirche hinter dem Altar wurde nach dem Original im Kloster Einsiedeln gebaut (1732-33).

Die Freskomalereien im Innern der Kapelle stammen von Hermann Siebenrock 1889. An der Chorbogenwand ist die feierliche Übertragung des Gnadenbildes von Lontal nach Stetten am 21. November 1723 dargestellt. Die Längsseiten zeigen an der Ostwand, wie Äbtissin Hildegard von Zürich das Bild der Gottesmutter in die Meinradszelle überbringt, an der Westwand Pilger beim Hl. Meinrad in seiner Zelle.

Im Zentrum an der Decke der Wallfahrtskirche ist das Patronat der Kirche dargestellt, das Bild von der Aufnahme Mariens in den Himmel. In den vier Winkeln sind Nebenräume für Sakristeien, Emporen und für Treppen angebaut.
Die Stuckaturen des Ellwanger Melchior Paulus, vor allem die Deckenbilder von Johann Georg Wolcker (1700-1766), begeistern heute noch durch ihre leuchtenden Farben.
Das Programm der Fresken ist eine Folge von Marien-Titeln aus der lauretanischen Litanei.

Das Deckenbild (Ölmalerei auf Putz) zur Engelweihe am Haupteingang unter der Orgelempore soll auf die Gnadenkapelle mit dem Einsiedler Gnadenbild hinführen.
Die barocken Seitenaltäre sind den Heiligen Johannes (von) Nepomuk und Antonius von Padua gewidmet.

1888-89 erfolgte die Restaurierung der Kirche unter Architekt Joseph Cades, Stuttgart. Ein neuer Hochaltar im Stil der Neu-Renaissance von Gebhard Müller aus Saulgau wurde eingebaut. Bis 1888 waren Kirche und Kapelle durch einen Mittelgang verbunden. Seit 1889 bestehen zwei seitliche Zugänge.

1977-78 erfolgte eine umfassende Innenrestaurierung durch Baldur Emmerich, Stuttgart. Die Originalfassung von Deckenstuck, Seitenaltären und Kanzel (Marmorierung) wurde wieder hergestellt und ein neuer Glockenstuhl mit 4 neuen Glocken wurde eingebaut.
Am 16.9.2000 fand in Stetten die Altarweihe durch Weihbischof Johannes Kreidler statt. Der Volksaltar und der Ambo aus Messing wurden von Wolfgang Eckert aus Furtwangen geschaffen.

Sie erreichen unsere Wallfahrtkirche Mariä Himmelfahrt unter der Adresse "Kirchstraße 13, 89168 Niederstotzingen-Stetten".